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Richtlinien für Bewilligung von Mitteln aus der Zentralkasse zur Anschaffung und Instandsetzung
von Orgeln und Glocken in den Gemeinden

Vom 23. Januar 1997

(GVM 1997 Nr. 2 Z. 5)

Änderungen
Lfd. Nr.
Datum
Fundstelle
1
13. September 2001
2
27. März 2008



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§ 1
Grundsätzliches

( 1 ) 1 Orgeln und Glocken in Kirchen und anderen gemeindlichen Gebäuden sind für den gottesdienstlichen und konzertanten Gebrauch bestimmt. 2 Sie sind liturgische Instrumente und unterstützen den Ablauf von Gottesdiensten und Gemeindefeiern. 3 Sie sollen klanglich und technisch ihrer Zweckbestimmung entsprechen; sie müssen deshalb sachverständig und pfleglich unterhalten werden.
( 2 ) 1 Zur fachlichen Beratung und Unterstützung beruft der Kirchenausschuss einen Orgel- und Glockensachverständigen bzw. eine Orgel- und Glockensachverständige. 2 Die fachliche Begutachtung ist Voraussetzung für die Gewährung von Zuschüssen aus der Zentralkasse. 3 Die baulichen Belange obliegen der Bauabteilung der Kirchenkanzlei der Bremischen Evangelischen Kirche.
( 3 ) Die Beschaffung, Instandsetzung und der Unterhalt von Orgeln und Glocken ist Sache der Gemeinde.
( 4 ) 1 Für die Orgeln übernimmt die Zentralkasse eine jährliche Wartungs- und Pflegemaßnahme auf der Grundlage von Wartungsverträgen mit qualifizierten Orgelbaufirmen. 2 Bei Gemeinden mit hauptamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern kann der Wartungszeitraum auf zwei Jahre festgelegt werden.
( 5 ) Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bewilligt der Kirchenausschuss Zuschüsse zur Anschaffung von Orgeln und Glocken und zur Instandsetzung von Orgeln nach den folgenden Bestimmungen.
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§ 2
Rahmenbedingungen

( 1 ) Im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel kommt ein Zuschuss für die Neuanschaffung einer Orgel in Betracht beim Neubau eines Gottesdienstraumes oder wenn eine vorhandene Orgel nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand instand gesetzt werden kann.
( 2 ) Die Bezuschussung einer Orgelinstandsetzung bzw. einer Generalüberholung kommt nach einem Zeitraum von 25 bis 30 Jahren in Betracht, wenn diese im Einzelfall einen Kostenaufwand von mehr als 6.000,-- € erfordert und wenn sie zur Erhaltung der Orgel (Substanzsicherung bzw. Bespielbarkeit) gutachterlich begründet und unabweisbar ist.
( 3 ) Eine Bezuschussung von Maßnahmen an Glocken und Glockenstühlen aus den Mitteln der Zentralkasse findet in der Regel nicht statt, es sei denn, dass die Kosten dafür für eine Gemeinde – wegen unzureichenden Sondervermögens – eine unzumutbare Belastung darstellen.
( 4 ) Verbesserungen oder Erweiterungen an Orgeln gehen zu Lasten des Sondervermögens der Gemeinden.
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§ 3
Zuschusshöhe

1 Bei Orgelneubauprojekten, größeren Orgelinstandsetzungen bzw. Generalüberholungen gemäß § 2 gewährt der Kirchenausschuss einen Zuschuss. 2 Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der kirchenmusikalischen Personalausstattung der Gemeinde (A-Stelle, B-Stelle oder nebenamtliche Stelle), nach der Größe und Bauart der Orgel, dem Grad der Dringlichkeit, der vorhandenen Höhe des Sondervermögens und der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde. 3 Ferner sollen regionale Belange berücksichtigt werden.
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§ 4
Zuschussverfahren

( 1 ) Beantragt eine Gemeinde einen Zuschuss für ein Orgelprojekt, sind dem Antrag an den Kirchenausschuss folgende Unterlagen beizufügen:
  1. Kostenanschlag des Projekts bzw. der Maßnahme unter Beifügung von 3 Angeboten von qualifizierten Orgelbaufirmen bzw. Fachfirmen, einschließlich aller Folgekosten.
  2. Finanzierungsplan mit einer Darstellung über die Aufbringung der Eigenmittel.
  3. Orgelfachtechnisches Gutachten des Orgel- und Glockensachverständigen der Bremischen Evangelischen Kirche.
( 2 ) Auf Grund eines Antrags der Gemeinde entscheidet der Kirchenausschuss über den Zuschuss.