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Gesetz über die Ausbildung und Anstellung der Geistlichen
in der Bremischen Evangelischen Kirche (AusbAnstG)

Vom 19. Mai 2000

(GVM 2000 Nr. 1 Z. 4)

Änderungen
Lfd. Nr.
Datum
Fundstelle
1
29. November 2000
GVM 2000 Nr. 2 Z. 3
2
8. Mai 2008
3
20. Mai 2015



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§ 1
Grundsatz

1 Gemäß § 9 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 des Pfarrdienstgesetzes der EKD1# kann in das Pfarrdienstverhältnis berufen werden, wer die vorgeschriebene wissenschaftliche und praktische Ausbildung für den Pfarrdienst erhalten und die vorgeschriebenen Prüfungen bestanden hat. 2 Für diejenigen, die in der Bremischen Evangelischen Kirche ihre Ausbildung absolvieren und ihre Prüfungen ablegen, gelten die nachfolgenden Bestimmungen.
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§ 2
Theologische Prüfungen

( 1 ) Der Nachweis der erfolgreichen Ausbildung ist durch zwei theologische Prüfungen zu erbringen.
( 2 ) Die erste theologische Prüfung hat den Zweck, durch schriftliche und mündliche Nachweise zu ermitteln, ob die oder der zu Prüfende durch das Studium an der Universität sich die notwendige allgemeine wissenschaftliche und theologische Bildung erworben hat.
( 3 ) Die zweite theologische Prüfung hat den Zweck, zum Abschluss des Vorbereitungsdienstes (Vikariat) durch schriftliche und mündliche Nachweise die Befähigung zur Arbeit im Pfarramt und zur theoretischen Durchdringung der in ihm gestellten Aufgaben zu beurteilen.
( 4 ) 1 Das Nähere über den Inhalt der Prüfungen regelt der Kirchenausschuss durch eine Prüfungsordnung2#. 2 Dieser setzt auch die Prüfungsgebühren fest.
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§ 3
Zulassung

( 1 ) Zur ersten theologischen Prüfung können Bewerberinnen und Bewerber zugelassen werden, die sich in der Regel mindestens ein halbes Jahr vor der Meldung in die Studierendenliste der Bremischen Evangelischen Kirche haben eintragen lassen.
( 2 ) 1 Zur zweiten theologischen Prüfung können Bewerberinnen und Bewerber zugelassen werden, die entweder vor der Prüfungskommission der Bremischen Evangelischen Kirche oder in einer anderen deutschen Gliedkirche ihre erste theologische Prüfung bestanden und den Vorbereitungsdienst abgeleistet haben. 2 Der Kirchenausschuss kann in Ausnahmefällen ein Fakultätsexamen zulassen.
( 3 ) 1 Die Meldung zur zweiten theologischen Prüfung kann nach zwei Jahren, jedoch nicht später als vier Jahre nach Ablegung der ersten Prüfung erfolgen. 2 Der Kirchenausschuss kann von diesen Bestimmungen aus besonderen Gründen befreien.
( 4 ) 1 Die Zulassungsanträge sind an den Kirchenausschuss zu richten. 2 Die Zulassungstermine werden in der Prüfungsordnung bestimmt.
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§ 4
Durchführung

( 1 ) Die erste theologische Prüfung findet in Verbindung mit der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Göttingen unter Vorsitz eines geistlichen Mitgliedes des Kirchenausschusses der Bremischen Evangelischen Kirche statt.
( 2 ) Die zweite theologische Prüfung findet in Bremen unter dem Vorsitz eines geistlichen Mitgliedes des Kirchenausschusses statt.
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§ 5
Vorbereitungsdienst

( 1 ) 1 Zwischen der ersten und zweiten theologischen Prüfung muss ein Vorbereitungsdienst von mindestens zweieinhalb Jahren liegen. 2 Die Anstellung erfolgt auf Antrag durch Beschluss des Kirchenausschusses nach den Bestimmungen über das Kirchenbeamtenverhältnis auf Widerruf.
( 2 ) Die Vikarinnen und Vikare sind zur öffentlichen Wortverkündigung und zur Sakramentsverwaltung unter Bindung an die Ordnung der jeweiligen Gemeinde unter Leitung und Verantwortung ihrer Mentorinnen und Mentoren befugt.
( 3 ) Ein Anspruch auf Übernahme in das Vikariat besteht nicht.
( 4 ) Für den Vorbereitungsdienst erlässt der Kirchenausschuss besondere Vorschriften3#.
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§ 6
Pfarrdienstverhältnis auf Probe (Entsendungsdienst)

( 1 ) 1 Nach bestandener zweiter theologischer Prüfung beschließt der Kirchenausschuss auf Antrag über die Erteilung der Ordination und die Anstellung als Pfarrerin oder Pfarrer im Entsendungsdienst. 2 Ein Anspruch auf Übernahme in den Entsendungsdienst besteht nicht.
( 2 ) Zur Vorbereitung der Entscheidung nach Absatz 1 kann der Kirchenausschuss eine Einstellungskommission berufen.
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§ 7
Übernahme in ein Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit

Das Bestehen der beiden theologischen Prüfungen und die Anstellung als Pfarrerin oder Pfarrer im Entsendungsdienst begründen keinen Anspruch auf Übernahme in ein Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit.
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§ 8
Ausführungsbestimmungen

Der Kirchenausschuss erlässt die zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Bestimmungen4#.
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§ 9
Inkrafttreten

( 1 ) Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 2000 in Kraft.
( 2 ) Gleichzeitig tritt das Gesetz über die Anstellungsfähigkeit und die Vorbildung der Geistlichen in der Bremischen Evangelischen Kirche vom 26. Februar 1930 in der Fassung des Änderungsgesetzes vom 26. März 1981 (GVM 1981 Nr. 1 Z. 2) außer Kraft.

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1 ↑ Nr. 5.100.
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3 ↑ Nr. 5.320.